Was kostet ein Reel? So kalkulierst du deine Preise als Creator
Eine einfache Methode, um faire Preise für Reels, TikToks, Stories und UGC-Videos zu berechnen. Mit Rechenbeispiel, Aufschlägen und Tipps für Verhandlungen.
Die Frage nach dem richtigen Preis ist für viele Creator die schwierigste. Zu niedrig, und du arbeitest unter Wert. Zu hoch, und die Marke springt ab. Die gute Nachricht: Es gibt eine einfache Methode, mit der du nachvollziehbare Preise berechnest, die du auch gegenüber Marken begründen kannst.
Die Grundlage: Tausender-Kontakt-Preis
Werbetreibende denken in Reichweite. Eine gängige Kennzahl ist der Tausender-Kontakt-Preis (TKP): Was kostet es, 1.000 Menschen zu erreichen? Für deine Kalkulation nimmst du deshalb nicht deine Follower, sondern die durchschnittlichen Aufrufe deiner Beiträge der letzten 30 bis 90 Tage.
Die Grundformel lautet:
Preis = durchschnittliche Aufrufe ÷ 1.000 × TKP
Welchen TKP du ansetzt, hängt von Nische, Plattform und Qualität deiner Community ab. Als grobe Orientierung arbeiten viele Creator mit Werten im Bereich von etwa 10 bis 40 Euro. Kaufkräftige Nischen wie Finanzen, Tech oder Beauty liegen eher im oberen Bereich, breite Unterhaltungsinhalte eher im unteren.
Rechenbeispiel
Du hast 25.000 Follower auf Instagram, deine Reels erreichen im Schnitt 12.000 Aufrufe und du setzt einen TKP von 20 Euro an:
12.000 ÷ 1.000 × 20 € = 240 €
Das ist dein Basispreis für ein Reel. Jetzt kommen Aufschläge und Pakete ins Spiel.
Aufschläge, die du einplanen solltest
Der Basispreis deckt das reine Posting ab. Diese Punkte rechtfertigen einen Aufschlag:
| Leistung | Typischer Aufschlag |
|---|---|
| Nutzungsrechte für Werbung (z. B. 3 Monate) | 30 bis 100 % |
| Exklusivität in deiner Nische | 20 bis 50 % |
| Aufwendige Produktion (Location, Models) | nach Aufwand |
| Express-Lieferung | 20 bis 30 % |
| Zusätzliche Korrekturschleifen | pro Schleife |
Die Prozentwerte sind Orientierungswerte aus der Praxis, keine festen Marktpreise. Entscheidend ist, dass du deine Aufschläge begründen kannst.
Pakete statt Einzelposts
Einzelne Posts sind für Marken oft weniger wirksam als eine kleine Serie. Biete deshalb Pakete an, zum Beispiel ein Reel plus drei Story-Frames mit Link. Pakete erhöhen deinen Umsatz pro Kooperation und bringen der Marke bessere Ergebnisse. Ein kleiner Paketrabatt macht das Angebot attraktiver.
UGC-Preise anders kalkulieren
Bei UGC-Videos veröffentlichst du meist nicht selbst, deine Reichweite spielt also kaum eine Rolle. Hier kalkulierst du nach Aufwand und Nutzungsrechten:
- Wie viele Stunden brauchst du für Konzept, Dreh und Schnitt?
- Welchen Stundensatz willst du erzielen?
- Wie lange und wo darf die Marke das Video nutzen?
Wer für ein Video drei Stunden braucht und 40 Euro pro Stunde ansetzt, landet bei 120 Euro zuzüglich Nutzungsrechten.
Tipps für die Verhandlung
- Nenne Startpreise: „Ab 240 Euro" gibt eine klare Richtung und lässt Spielraum.
- Begründe mit Zahlen: Verweise auf deine Aufrufe und deine Zielgruppe. Ein aktuelles Media-Kit hilft enorm.
- Verkaufe Ergebnisse, nicht Beiträge: Erzähle, was frühere Kooperationen gebracht haben.
- Bleib bei deinem Wert: Rabatte gibt es für Pakete oder langfristige Zusammenarbeit, nicht einfach so.
- Alles schriftlich: Leistungen, Termine, Korrekturschleifen, Nutzungsrechte und Zahlungsziel gehören in eine kurze Vereinbarung.
Wann sich Affiliate statt Festpreis lohnt
Manche Marken bieten statt eines Honorars nur Provision oder eine Mischung aus beidem. Für Produkte, die perfekt zu deiner Community passen und hohe Warenkörbe haben, kann das attraktiv sein. Für reine Markenbekanntheit solltest du auf einem Honorar bestehen. Passende Programme mit guten Provisionen findest du in unserer Partnerprogramm-Übersicht.
Fazit
Mit der TKP-Methode kalkulierst du Preise, die zu deiner echten Reichweite passen und die du begründen kannst. Hinterlege deine Formate mit Startpreisen in deinem Portfolio, dann wissen Marken schon vor der ersten Nachricht, womit sie rechnen können. Kostenlos Portfolio anlegen.
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